Selbstbild verändern

Das Selbstbild verändern – selbstgemachte Ketten sprengen

Nein, in diesem Artikel soll es nicht um Selfies gehen.

Hier geht es um die Frage: Wie siehst du dich selbst? Welche Talente und welche Schwächen würdest du dir selbst zuschreiben?

Und vor allem geht es in diesem Artikel auch darum, wie sehr du dich durch ein limitierendes Selbstbild letztendlich immer wieder selbst von deinen Zielen abhältst.

Dein Selbstbild bildet den Rahmen

Was ist deine Vorstellung von dir als Person? Wenn du dich von außen betrachten würdest, wie würdest du dich beschreiben?

Genauso, wie du ein bestimmtes Bild vor Augen hast, wenn du über eine andere Person nachdenkst, so hast du auch ein bestimmtes Bild vor Augen, wenn du über dich selbst nachdenkst. Und genauso, wie du einer anderen Person bestimmte Eigenschaften zuschreibst, geht es dir auch mit dir selbst.

Und dieses Selbstbild hat einen entscheidenden Einfluss auf unser Leben.

Ein starkes Selbstbild ist nämlich die Grundvoraussetzung dafür, Dinge anzupacken, Möglichkeiten wahrzunehmen, sich Träume zu verwirklichen … Es bestimmt, wie du dich verhältst, wie du dich fühlst und letztendlich auch, welche Entscheidungen du triffst.

Mit einem limitierenden Selbstbild sind Möglichkeiten beschränkt. Wenn du dir etwas schon im Vorhinein nicht zutraust, dann wirst du auch gar nicht erst den Versuch starten.

Was erwartest du von dir?

Dein Selbstbild ist der Grundbaustein deiner Persönlichkeit. Es bestimmt dein tagtägliches Verhalten zu einhundert Prozent! Bewusst oder unbewusst verhältst du dich nämlich immer so, wie du es von dir erwartest. Du kannst gar nicht anders.

Wenn du dich zum Beispiel selbst für einen bestimmten Job als ungeeignet ansiehst, dann wirst du …

  1. dich wahrscheinlich gar nicht erst auf diese Stelle bewerben und
  2. wohl auch im Vorstellungsgespräch deinen gegenüber nicht davon überzeugen können.

Du wirst immer wieder beim Abnehmen scheitern, wenn du dich einfach zu schwach dafür siehst.

Und klar, man kann versuchen dieses Selbstbild zu unterdrücken, zu überspielen.

Langfristig gesehen wird man diesen „Kampf“ gegen das Selbstbild aber immer verlieren. Dauerhaft sein Verhalten zu verändern, bedeutet nämlich letztendlich auch die Einstellung zu verändern.

Du musst dich im Grunde erst einmal selbst davon überzeugen eine bestimmte Sache zu können, zu erreichen, bevor du es dann auch in der Realität schaffst.

Du erschaffst dir deine Realität

Auch deine Wahrnehmung wird von deinem Selbstbild beeinflusst. In deinem Selbstbild sind auch all deine Werte und Meinungen enthalten und diese formen letztendlich auch deine Sichtweise.

Du siehst die Welt also durch deine ganz eigene Brille. Dabei pickst du dir im Grunde auch immer wieder die Dinge heraus, die dein momentanes Weltbild immer wieder bestätigen. Du siehst dich als undiszipliniert und willensschwach?

Dann wirst du auch genau nach den Situationen Ausschau halten, in denen du vielleicht nicht gerade durch eine besondere Willensstärke glänzt.

Ein negatives Selbstbild führt zu negativen Erfahrungen, was wiederum auch dazu führt, dass eine negative Realität wahrgenommen wird …

Es ist ein Teufelskreis …

Selbstbild – Handeln – Realität

positives Selbstbild Übungen

Wie du siehst, sind dein Selbstbild, dein Handeln und deine wahrgenommene Realität eng miteinander verbunden. Dein Selbstbild bestimmt dein Verhalten. Aus deinem Verhalten resultieren letztendlich wieder Erfahrungen, die zu deiner Realität werden. Deine Realität führt letztendlich wiederum dazu, dass sich auch dein Selbstbild verändert …

Es ist also im Grunde ein Kreislauf, der durchbrochen werden muss, damit eine tatsächliche Veränderung stattfinden kann. Der Ansatzpunkt, an dem du damit anfangen kannst, dein zukünftiges Verhalten zu verändern, ist dein Selbstbild. Wie du das schaffen kannst, zeige ich dir im nächsten Abschnitt.

Das Selbstbild verändern

Die große Quizfrage, die sich nun noch stellt: Wie kann man sein Selbstbild verändern? Wie kann man Einfluss auf solche inneren Abläufe nehmen, die tief im Unterbewusstsein verankert sind?

Die Antwort ist aber im Grunde ganz einfach: Indem man sich dieser unbewussten Abläufe zunächst einmal bewusst wird.

Im Folgenden möchte ich dir gerne zwei Herangehensweisen vorstellen, mit denen du dein Selbstbild verändern kannst. Beide Herangehensweisen setzen im ersten Schritt zunächst einmal voraus, dass du dich darin übst, dein Bewusstsein im Alltag zu schärfen. Sich immer mal wieder bewusst zu werden, was dort gerade in deinem Kopf so vor sich geht.

Schritt 1 – bewusst werden

Der erste und fast auch schon letzte Schritt beim Selbstbild-Verändern ist es sich seiner Gedankengänge einmal bewusster zu werden. Welche Gedanken und Gefühle beschäftigen dich unbewusst tagsüber? Bist du häufig im negativen Bereich oder denkst du die meiste Zeit positiv über dich?

Unterbewusstes an die Oberfläche zu holen, ist zunächst einmal nicht ganz so einfach. Man braucht etwas Übung, wenn man sich damit noch nie beschäftigt hat. Es heißt ja auch nicht ohne Grund Unterbewusstsein. Du solltest also tagsüber immer mal wieder innehalten. Eine kurze Pause einlegen und dich fragen: „Was geht da gerade so in meinem Kopf ab?“

Wir sind uns nämlich meistens gar nicht darüber im Klaren, wie groß der Einfluss unseres Unterbewusstseins auf unser tagtägliches Handeln ist. Tatsächlich ist es nämlich so: Zu ca 95 Prozent bestimmt unser Unterbewusstsein darüber:

  • Wie wir denken.
  • Uns fühlen.
  • Und letztendlich auch, welche Entscheidungen wir tagsüber treffen.

Wenn du also dein Verhalten dauerhaft verändern willst, dann musst du versuchen in deinem Unterbewusstsein, die richtigen Schalter umzulegen.

Wenn du es also einfach nur schaffst über einen Bruchteil dessen, was dort abgespeichert ist, wieder mehr die Kontrolle zu erlangen, dann kannst du dadurch viel bewirken.

Wie „redest“ du mit dir?

Was Du nun in diesem ersten Schritt also ganz einfach tust, ist dich immer mal wieder tagsüber zu fragen: Wie rede ich gerade mit mir selbst? Welche Gedanken schwirren mir gerade durch den Kopf? Welche Gefühle sind mit diesen Gedanken verbunden?

Im Alltag wirst du dich dazu zunächst immer wieder erinnern müssen, denn du hast wahrscheinlich in deinem Leben schon eine ganze Menge gelernt, nur nicht, dich einmal mit deinen unbewussten Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen.

Eine tolle Möglichkeit dieses Bewusstwerden zu lernen ist die Meditation. Probier’s Mal für dich aus! Hier findest du einen Artikel von mir dazu: Meditation lernen

Schritt 2 – positiv denken

Wenn du Schritt 1 nach einer Zeit verinnerlicht hast, kannst du nun damit anfangen, gegen eventuell auftretende (sogar sehr wahrscheinlich auftretende) negative bzw. destruktive Gedankengänge vorzugehen, indem du darauf als Reaktion einen bewusst positiven Gedanken entgegensetzt.

Du wählst dafür am Besten entweder ein erfolgreiches Erlebnis aus deiner Vergangenheit oder du konstruierst dir einfach ein erdachtes starkes Bild von dir.

Siehst du dich sonst immer wieder bei einer bestimmten Sache scheitern, dann stellst du dir einfach vor, wie du dein Ziel diesmal tatsächlich erreichst. Mach dir einfach immer wieder klar, dass es bloß Gedanken sind. Ob du nun positiv oder negativ über dich denkst, liegt ganz in deiner Hand.

Das Ding ist nur:

Negativ denken zieht dir nur unnötig Energie ab!

Wenn du also die Wahl hast, dann denke bewusst positiv über dich.

Und dabei kannst du deiner Kreativität dann im Grunde auch freien Lauf lassen. Hauptsache dieses innere Bild fühlt sich für dich möglichst realistisch an und du merkst, wie sich deine Zuversicht steigert.

Lies dir dazu am besten auch noch mal meinen Artikel durch, den ich genau über dieses Konstruieren solcher mentaler Bilder geschrieben habe.

Doch wie schon erwähnt möchte ich dir auch noch eine Alternative zu diesem zweiten Schritt vorstellen, die im Grunde auch der finale Schritt zu einem neuen Selbstbewusstsein ist. Denn dieses bewusste positiv Denken birgt auch eine gewisse Gefahr …

Loslassen

Das Problem beim „aktiv positiv Denken“: Das ganze kann auch irgendwann ein wenig ausarten und dadurch fast schon ins Gegenteil umschlagen.
Du solltest nicht versuchen von nun an immer krampfartig positiv zu denken. Du würdest dadurch im Grunde nämlich auch das eigentliche Ziel des Ganzen verfehlen.

Der Prozess des Bewusstwerdens soll dich schließlich von deinen unbewussten Gedanken und den damit verbundenen Gefühlen „lösen“. Du sollst deine Gedanken einfach nur als das entlarven, was sie sind: Bloß selbst konstruierte oder aus deinem Umfeld übernommene Gedanken.

Indem du dir dessen immer wieder bewusst wirst, nimmst du ihnen letztendlich auch gleichzeitig die Macht über dich.

Der finale Schritt ist also im Grunde das Denken ganz „auszuschalten“ bzw. dich von deinen Gedankengängen zu lösen. Dich nicht mehr direkt mit ihnen zu identifizieren. Du kannst und sollst deine negativen Gedanken nicht wegdrücken. Du sollst sie vielmehr komplett annehmen und schließlich loslassen.

Das Problem mit negativen Gedanken ist weniger, dass sie da sind. Das größere Problem mit ihnen ist, dass man versucht sie wegzudrücken. Sie nicht sehen zu wollen. Dadurch stauen sie sich nämlich immer weiter in dir an und kommen dann irgendwann nur noch intensiver zurück.

Der einzige Weg diese negativen Gedankenschleifen komplett aufzulösen, ist dir genau „anzuschauen“, was sie dir sagen wollen.

Sie zu verarbeiten und dadurch wieder mehr Raum für deine einzigartige Persönlichkeit und deine Stärken zu schaffen.